Wo geht das Geld hin, wenn Aktien fallen?

Die Frage, wo das Geld hingeht, wenn die Aktien fallen, sorgt für Knoten im Gehirn. Wir helfen beim Entwirren. Es ist ganz einfach.
Der Börsen-Butler beantwortet Fragen zu Aktien. (Foto: Towfiqu Barbhuiya)
Der Börsen-Butler beantwortet Fragen zu Aktien. (Foto: Towfiqu Barbhuiya)

Irgendwie ist das Geld weg, aber wo ist es hin? Vor diesem Rätsel stehen nicht wenige Menschen, die sich mit der Börse beschäftigen. Gerade bei einem Börsencrash stellt sich diese Frage verstärkt. Doch keine Sorge, das ist gar nicht so schwierig zu verstehen. Wir klären auf. Also: Wo geht das Geld hin, wenn Aktien fallen?

Am einfachsten ist es, die Perspektive zu ändern. Das Geld geht nämlich nicht in dem Moment, in dem die Aktienkurse fallen, irgendwo hin. Nein, das Geld ist viel früher geflossen. Nämlich in dem Moment, in dem ein Käufer einem Verkäufer seine Aktien abgekauft hat. Dann, und nur dann. Weder davor noch danach. Und auch nicht dann, wenn die Börse crasht. Es wird kein Geld umverteilt, wenn Aktien fallen.

Es fließt kein Geld, wenn Aktien fallen

Wir machen es konkret: Jemand will sich zum Beispiel am Pharmakonzern Bayer beteiligen. Dafür kauft er am Montag zur Börseneröffnung 20 Aktien für 53 Euro je Papier. Diese Aktien kann er nur kaufen, wenn jemand anders zu diesem Preis verkaufen will. Die Börse vermittelt das Geschäft. Es fließen 1060 Euro an den Verkäufer.

Der Käufer ist nun der neue Besitzer der Bayer-Aktien. Ihm gehört also ein winziger Teil dieses Konzerns. Es ist sein Eigentum. Genauso wie ein Tisch oder ein Stuhl zu Hause. Und er muss nichts nachbezahlen. Ganz egal, wie sich die Kurse entwickeln. Wenn Ikea die Preise für Stühle senkt, heißt das ja auch nicht, dass nun weltweit das Geld der Stuhlbesitzer umverteilt werden muss.

Wo geht das Geld also hin, wenn Aktien fallen? Nirgends! Geld fließt nur beim Aktienkauf. Die Kurse an der Börse zeigen nur an, was man bei einem Verkauf für die Aktien gerade bekommen würde. Nicht mehr und nicht weniger.

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