Wie gut ist der Rize Sustainable Future of Food UCITS ETF?

Nachhaltige Ernährung liegt im Trend – auch bei Investoren. Der Rize Sustainable Future of Food UCITS ETF versucht diese Zukunft abzubilden. Ein Check.
Die Landwirtschaft muss umweltfreundlicher werden. (Foto: Chris Ensminger)
Die Landwirtschaft muss umweltfreundlicher werden. (Foto: Chris Ensminger)

Fleisch aus Zellkulturen, Milch und Käse aus pflanzlichen Proteinen, Pflanzenanbau am Verkaufsort, künstliche Intelligenz und Roboter in der Landwirtschaft: Mit einem Feuerwerk an Ideen wollen Pioniere die Lebensmittelherstellung umkrempeln. Sie soll nachhaltiger und produktiver werden. Der börsengehandelte Fonds Rize Sustainable Future of Food UCITS ETF versucht diese Ernährungszukunft abzubilden. Wie gut ist er?

Aufgelegt wurde der Rize Sustainable Future of Food UCITS ETF Ende August 2020. In Kürze feiert er also sein einjähriges Jubiläum. Beworben wird der Fonds als “Europas erster ETF für nachhaltige Ernährung”. Sein Ziel sei es, Investoren an Unternehmen zu beteiligen, die entlang der Nahrungsmittel-Wertschöpfungskette mit ihren Innovationen dazu beitragen, ein nachhaltigeres Ernährungssystem zu bauen. Gehandelt wird der Fonds an diversen europäischen Börsen, unter anderem auch im deutschen Xetra-Handel (Kürzel: RIZF). Bei zahlreichen deutschen Brokern ist er als Sparplan erhältlich.

Die Performance: ansehnliche Rendite im ersten Jahr

Finanziell hat sich eine Investition in den Fonds bisher gelohnt. Seit Auflage liegt er rund 25 Prozent im Plus. Das ist nur etwas weniger als der MSCI World, der die wichtigsten Unternehmen der Welt abbildet. Auch bei den Gebühren (0,45 Prozent pro Jahr) lässt sich nicht meckern. Positiv ist weiter, dass der Fonds die von ihm abgebildeten Aktien tatsächlich kauft und nicht nur synthetisch repliziert. Das heißt, die Werte sind in echt vorhanden. Gewinne werden automatisch reinvestiert. Die enthaltenen Titel werden halbjährlich daraufhin überprüft, ob sie die Fondskriterien noch erfüllen.

Gegen Währungsrisiken ist der Fonds nicht abgesichert. Da er jedoch in Unternehmen in unterschiedlichen Währungsräumen investiert, gibt es einen gewissen Ausgleich von Währungsschwankungen. Der mit Abstand größte Teil der im Fonds enthaltenen Unternehmen sitzt allerdings in den USA. Sie stellen mehr als die Hälfte aller Titel. Mit einer Größe von 230 Millionen Euro ist der Fonds nicht gerade groß, jedoch groß genug, damit sich die Anteile jederzeit kaufen und verkaufen lassen sollten.

Rize Sustainable Future of Food UCITS – die Zusammensetzung

Am spannendsten ist nun die Frage, was im Rize Sustainable Future of Food UCITS ETF konkret drin ist. Werfen wir also einen Blick auf die Zusammensetzung. Hier überrascht der Fonds. Ein sehr großer Teil der Firmen sind nämlich Verpackungsunternehmen. Konkret: ein knappes Drittel. Ein weiteres Fünftel sind Unternehmen, die Zutaten und Aromen herstellen, darunter die Marktgrößen Givaudan (Schweiz) und Symrise (Deutschland).

Die andere Hälfte des Fonds teilen sich Unternehmen aus den Bereichen Bio- und pflanzenbasierte Lebensmittel, Precision Farming, Lieferkettentechnologie, Agrarwissenschaft, Lebensmittelsicherheit, Wassertechnologie und landbasierte Aquakultur (Fischzucht).

Mit dieser thematisch breiten Zusammensetzung löst der Rize Sustainable Future of Food UCITS ETF Fonds das Versprechen ein, die ganze Vielfalt der Lebensmittelproduktion abzubilden. Auch finden sich in den einzelnen Positionen (hier die Zusammensetzung im Detail) keine Werte, die in einem auf Nachhaltigkeit ausgerichteten Fonds negativ auffallen würden. Heftig kritisierte Konzerne wie Tyson Foods oder Wilmar sind nicht enthalten. Damit ist der Fonds eine echte Alternative zu herkömmlichen Lebensmittel-ETF.

Die Bewertung des Rize Sustainable Future of Food UCITS

Der Börsen-Butler hat nicht in den Fonds investiert. Zwar fällt seine Bewertung insgesamt positiv aus. Doch zum einen hält er manche Titel aus dem Fonds schon direkt. Zum anderen gefällt ihm der starke Fokus auf Verpackungen nicht. Das Verpackungsproblem zu lösen, ist zwar unzweifelhaft von enormer Bedeutung, da inzwischen fast alle Lebensmittel verpackt sind und die so entstehenden Müllmengen alles andere als nachhaltig sind. Doch was der Börsen-Butler bei einem Ernährungsfonds sucht, sind Unternehmen, die die Lebensmittelherstellung umkrempeln.

Es geht ihm um alternative Proteine, künstliche Intelligenz, Robotik, Vertical Farming oder nachhaltige Methoden zum Düngen und zur Unkrautkontrolle. Diese Themen nehmen für den Geschmack des Börsen-Butlers zu wenig Platz im Rize Sustainable Future of Food UCITS ETF ein. Das liegt auch daran, dass viele der spannendsten Food-Start-ups noch gar nicht an der Börse sind, was man den ETF-Machern bei der Bewertung des Fonds allerdings schwerlich vorwerfen kann.

Statt den ganzen Fonds zu kaufen, greift der Börsen-Butler deshalb vorerst lieber bei einzelnen spannenden Ernährungsaktien zu.

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Der Börsen-Butler ist ein längjähriger Beobachter des Wirtschaftsgeschehens am Börsenplatz Frankfurt. Mit seinem Langfristdepot sorgt er mit Aktien fürs Alter vor. Hier berichtet er, welche Titel er kauft oder verkauft. Dabei setzt er auf seine Börsen-Butler-Strategie, die dafür sorgt, dass er auch bei Marktturbulenzen ruhig schlafen kann.

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