Exasol-Aktie: Warum fällt sie immer weiter?

Der Nürnberger Spezialist für Analysedatenbanken hat ein rabenschwarzes Börsenjahr. Woran es liegt, dass die Aktie von Exasol fällt und fällt.
Daten gelten als das neue Öl: Kann man mit der Aktie von Exasol davon profitieren? (Bild: Rene Böhmer)
Daten gelten als das neue Öl: Kann man mit der Aktie von Exasol davon profitieren? (Bild: Rene Böhmer)

Ihr Hoch hat die Aktie des Nürnberger Unternehmens Exasol genau zum Jahresanfang markiert. Seither hatten die Aktionäre des Anbieters von Analysedatenbanken keine Freude mehr. Die Aktie fällt und fällt. Von fast 31 Euro ging es runter auf aktuell gerade noch rund acht Euro. Damit liegt der Börsenwert von Exasol noch bei einem Drittel des Börsenwertes vom Jahresanfang. Atemberaubend.

Was läuft schief bei den Nürnbergern? Mit Sicherheit nicht alles. Im Sommer konnte das Unternehmen zum Beispiel einen neuen renommierten Kunden bekanntgeben: Die Deutsche Bahn nutzt die Technologie von Exasol nun, um Geschäftsprozesse der DB Station & Service AG effizienter zu gestalten. Neben der Deutschen Bahn konnten die Nürnberger in den ersten neun Monaten des Jahres laut Mitteilung 32 weitere Kunden gewinnen. Die jährlich wiederkehrenden Umsätze stiegen um 31 Prozent an.

Exasol enttäuscht mit Prognosen, das ist schlecht für die Aktie

Soweit, so gut. Das Problem ist, dass das Unternehmen damit die ausgerufenen Ziele nicht erreicht. Während in der Region Deutschland, Österreich, Schweiz das Wachstum ansprechend war, blieb die Kundenakquise in den USA und Großbritannien hinter den Erwartungen zurück. Aus diesen Gründen musste Exasol sowohl die Prognose für das laufende Jahr als auch die Mittelfristprognose senken. Beides trug dazu bei, dass der Aktienkurs weiter fällt.

Statt das Ziel von 100 Millionen Euro wiederkehrender Umsätze schon im Jahr 2024 zu erreichen, soll diese Marke jetzt erst 2025 überschritten werden, teilte Exasol mit. “Im Jahr 2021 hat Exasol die tiefgreifendste Transformation in der Unternehmensgeschichte durchlaufen”, so Firmenchef Aaron Auld. “Wir sind schnell vorangekommen, waren aber auch mit unseren eigenen Herausforderungen in einem dynamischen Marktumfeld konfrontiert, was dazu führte, dass die Kundenakquise in Großbritannien und den USA langsamer als geplant verlief.”

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Aktie könnte noch weiter fallen

Der Fall der Aktie könnte weitergehen, bis sich alle enttäuschten Investorinnen und Investoren von ihren Papieren getrennt haben. Mit der Geschäftsmitteilung sind die negativen Nachrichten nun aber bekannt. Das könnte die Grundlage für die Bodenbildung und einen künftigen Kursanstieg schaffen. Jedenfalls dann, wenn die weiterhin optimistische Sichtweise des Managements zutrifft. Grundsätzlich dürfte der Markt für Datenanalysen für viele weitere Jahre sehr attraktiv sein. Allerdings ist auch der Wettbewerb groß.

Zum Aufschwung der Aktie beitragen könnte eine transparentere Kommunikation mit dem Kapitalmarkt. Exasol hat nun sehr wenige Zahlen zum abgelaufenen Quartal bekanntgegeben. Damit bleiben die Einsichten in das Unternehmen für Anlegerinnen und Anleger vage. Das ist schlecht für das Vertrauen. Offenbar hat man das auch bei Exasol erkannt und will hier umsteuern. Die Nürnberger wollen künftig mehr und häufiger kommunizieren.

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