Invasiver Schädling: Ist der Japankäfer giftig?

Noch keine Funde des gefräßigen Schädlings in Deutschland. Ängste in der Bevölkerung, dass der Japankäfer giftig sein könnte.
Der Japankäfer ist gefräßig, aber nicht giftig. (Foto: A. Knoblauch/ EPSD Schweiz)
Der Japankäfer ist gefräßig, aber nicht giftig. (Foto: A. Knoblauch/ EPSD Schweiz)

Er frisst Spargel, Weinreben, Buchen oder Flieder. Und noch rund 300 andere Pflanzenarten. Deswegen warnen die Behörden vor der Invasion des Japankäfers. Sie wollen ihn mit aller Kraft bekämpfen und haben die Bevölkerung aufgerufen, ihnen verdächtige Käfer zu melden. Angst davor haben, dass der Japankäfer giftig ist, müssen die Menschen aber nicht, wie eine Sprecherin des Julius-Kühn-Institut (JKI) auf Journalistico-Anfrage erläutert.

“Der Käfer stellt für den Menschen und andere Tiere keine direkte Gefahr dar”, so die JKI-Sprecherin. “Er ernährt sich ausschließlich phytophag, also von pflanzlichem Material.”

Japankäfer ist weder giftig noch beißt er

Wer also verdächtige Käfer in seinem Garten oder beim Spaziergang findet und sie für die Behörden einfangen will, muss sich keine Sorgen machen, dass der Japankäfer giftig sein könnte. Auch besteht nach Auskunft des Forschungsinstituts keine Gefahr, dass man von dem Tier gebissen werden könnte.

Der Japankäfer ist nicht auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert. Er schädigt im Verlauf seiner Entwicklung von der Larve zum ausgewachsenen Käfer diverse Pflanzenteile von der Wurzel über das Blatt bis zur Frucht oder der Blüte.

Noch keine bestätigten Funde des Japankäfers

Die Behörden hatten im Sommer Alarm geschlagen, nachdem der Japankäfer in Grenznähe bei Basel entdeckt worden war. Sie forderten die Bevölkerung zur Mithilfe bei der Bekämpfung des Invasors auf. Bisher scheint er sein Vordringen Richtung Norden aber noch nicht fortgesetzt zu haben. Seit dem Fund in Basel (Schweiz) gebe es “glücklicherweise noch keine bestätigten Funde des Japankäfers in Deutschland”, so die Sprecherin. Totfunde in Warensendungen, die mehrere europäische Länder durchlaufen haben, wie jener in Baden-Württemberg gehen nicht in die Statistik ein.

Nach ersten Berichten über den gefräßigen Schädling waren in der Bevölkerung Fragen aufgetaucht, ob der Japankäfer giftig sei.

Japankäfer auf Welttournee

Der Japankäfer sieht dem Maikäfer zum Verwechseln ähnlich. Der Halsschild schillert metallisch grün. Die Flügel sind braun. Rechts und links an der Seite hat er jeweils fünf weiße Haarbüschel. Und zwei am Ende des Körpers. Außerdem spreizt er die Hinterbeine seitlich ab, wenn er gestört wird. Daran lässt er sich erkennen. Der Schädling ist vor mehr als hundert Jahren aus Asien in die USA gelangt und hat sich von dort aus weiter verbreitet.

Gegen den Käfer kann mit biologischen, chemischen und mechanischen Methoden vorgegegangen werden. So können parasitische Fadenwürmer (Nematdoden) oder Insektizide und Neem-Produkte (Wirkstoff: Azadirachtin) eingesetzt werden. Sie sind für den Japankäfer giftig. Käferlarven und -Puppen im Boden könnten möglicherweise auch mit Motorfräsen bekämpft werden, so das Julius-Kühn-Institut. Bei anderen Schädlingen habe diese Methode gute Erfolge gezeigt.

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